Private Equity Insights

LP- und GP-Sekundärmarktstrategien im Jahr 2026: Trends, Preisgestaltung und was sich verändert hat

Der Sekundärmarkt in den privaten Kapitalmärkten ist längst kein Randbereich für Liquidität mehr. Er ist zu einem zentralen Instrument für Portfoliomanagement, Exit-Planung und Kapitalrecycling geworden. Dieser Wandel zeigt sich sowohl in der Marktstruktur als auch im Marktverhalten: LPs nutzen Secondaries aktiver, um Portfolios neu auszubalancieren und Liquidität zu steuern, während GPs Continuation Vehicles und andere GP-geführte Strukturen einsetzen, um starke Assets länger zu halten und dort Optionalität zu schaffen, wo klassische Exits weiterhin schwieriger umzusetzen sind.

Laut dem GP-led-Secondaries-Report 2026 von PEI überschritt das Volumen GP-geführter Secondaries im Jahr 2025 erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig verbreiterte sich der Markt bei Dealtypen, Teilnehmerprofilen und Kapitalzuflüssen.

Das ist relevant, weil sich das Marktumfeld verändert hat. Traditionelle Exits sind nicht verschwunden, aber sie sind weniger vorhersehbar geworden. Als Reaktion warten LPs und GPs nicht passiv darauf, dass sich M&A- oder IPO-Fenster normalisieren. Sie passen ihre Strategien an.

LPs werden aktiver, selektiver und prozessorientierter

Für LPs beginnt diese Anpassung mit einer stärkeren Liquiditätsdisziplin. PitchBook berichtete, dass das Volumen LP-geführter Secondaries im ersten Halbjahr 2025 56 Milliarden US-Dollar erreichte, ein Plus von 40 Prozent im Jahresvergleich, und verwies zugleich auf einen Zustrom von Erstverkäufern. Das ist ein klares Signal: Secondaries werden zunehmend nicht nur von etablierten Verkäufern genutzt, sondern auch von Institutionen, die den Markt als regulären Hebel des Portfoliomanagements einsetzen.

Gleichzeitig werden LPs anspruchsvoller darin, wie Liquidität bereitgestellt wird. PEI berichtete im Januar 2026, dass ILPA ein Disclosure-Template für Continuation Funds veröffentlicht hat, das die Transparenz verbessern soll, indem GPs zur Offenlegung von Transaktionsbedingungen und Informationen zur Asset-Performance verpflichtet werden. PEI stellte außerdem fest, dass Frustration auf LP-Seite bei Continuation Vehicles häufig weniger das Konzept selbst betrifft als die Art und Weise, wie einzelne Deals umgesetzt werden.

Anders gesagt: LPs lehnen GP-led-Deals nicht ab. Sie verlangen bessere Governance, mehr Transparenz und eine sauberere Prozessumsetzung.

Auch die Preisgestaltung ist Teil dieser Anpassung. Die Pricing-Berichterstattung von SecondaryLink für 2025 zeigt, dass Käufer und Verkäufer in einem differenzierteren Markt agieren, als es die alte Erzählung vom „erzwungenen Abschlagsverkauf“ vermuten lässt. In LP-geführten Prozessen wird die Preisgestaltung eher durch Portfolioqualität, Konzentration, Fondsalter, Managerqualität und die Struktur des Verkaufsprozesses bestimmt als durch ein pauschales Stigma des Sekundärmarkts.

Für LPs können Secondaries helfen, Portfolios neu auszubalancieren, Konzentrationen zu reduzieren und Liquidität zu schaffen. Für GPs bieten sie die Möglichkeit, Assets mit weiterem Wachstumspotenzial länger zu halten, oft über Continuation Vehicles statt über einen vollständigen Exit. PitchBook berichtete, dass die Zahl GP-geführter Deals von 16 im Jahr 2020 auf 89 im Jahr 2024 gestiegen ist.

GPs setzen stärker auf Continuation Vehicles, stehen aber unter intensiverer Prüfung

Für GPs ist die wichtigste Veränderung strategischer Natur: Continuation Vehicles haben sich von opportunistischen Lösungen zu einem Mainstream-Instrument entwickelt. PEI erklärte, dass Continuation Funds im vergangenen Jahr den Großteil aller GP-geführten Sekundärmarkttransaktionen ausmachten, während der jährliche GP-led-Report einen Markt beschreibt, der sowohl in seiner Struktur als auch in seiner Investorenbasis breiter wird.

Dieses Wachstum wird durch eine breitere Gruppe von Kapitalgebern unterstützt. PEI hob auch den zunehmenden Einsatz von Evergreen-Kapital in GP-led-Deals hervor, ein Zeichen dafür, dass neue Pools langfristigen Kapitals in dieses Segment fließen.

GPs führen jedoch nicht nur mehr GP-led-Transaktionen durch, sondern verändern auch die Art und Weise, wie sie diese Prozesse an den Markt bringen. Prozessdesign, Fairness Opinions, Transparenz, Konfliktmanagement und die Ausgestaltung von Roll/Sell-Wahlrechten stehen unter deutlich stärkerer Prüfung durch LPs. Die aktuelle Berichterstattung von PEI deutet auf einen Markt hin, der standardisierter wird, auch wenn Spannungen bei Verhandlung, Alignment und Ausführung bestehen bleiben.

Hier zeigt sich die Reife des Sekundärmarkts. Die Frage lautet nicht mehr, ob GP-led-Deals akzeptabel sind. Die Frage ist, ob der Prozess glaubwürdig, gut vorbereitet und passend für das Asset und die Investorenbasis strukturiert ist.

Der H1-2025-Report von Setter Capital wies 59,49 Milliarden US-Dollar an Fund Secondaries und 42,74 Milliarden US-Dollar an Direct Secondaries allein im ersten Halbjahr aus. Diese Breite ist wichtig, weil unterschiedliche Portfolios unterschiedliche Lösungen brauchen. In manchen Situationen ist ein vollständiger Verkauf der richtige Weg. In anderen Fällen ist eine Teilveräußerung, eine Restrukturierung oder ein Prozess, bei dem bestehende Investoren zwischen sofortiger Liquidität und weiterem Exposure wählen können, die bessere Antwort.

 

Marktentwicklungen zeigen einen breiteren und anspruchsvolleren Markt

Die aktuelle Berichterstattung von SecondaryLink unterstreicht, dass es nicht nur um Volumen geht, sondern um Marktstruktur.

Die Auswertungen von SecondaryLink zu Continuation Funds im zweiten und dritten Quartal 2025 erfassten Asset-Zusammensetzung, Dealgrößen sowie die aktivsten Lead-Investoren, Berater und Kanzleien und zeigen damit, wie stark institutionalisert der Continuation-Markt inzwischen ist.

Auch die Pricing-Berichterstattung für 2025 zeigte, dass Near-Par-Bewertungen GP-geführte Transaktionen weiter prägen, während Lazard-Daten auf einen deutlichen Anstieg aufgeschobener Zahlungsstrukturen hinwiesen. Das Auszahlungsfenster von 6 bis 12 Monaten machte 2025 demnach 51 Prozent aller Deferral-Deals aus. Das ist bedeutsam, weil es zeigt, dass Marktteilnehmer bei anhaltenden Bewertungsdifferenzen stärker über Strukturierung arbeiten, statt Transaktionen einfach aufzugeben.

SecondaryLink hob außerdem einen „dramatischen Wandel“ bei Credit Secondaries hervor und verwies auf die Erwartung von Jefferies, dass das Volumen von Credit Secondaries im Jahr 2025 17 Milliarden US-Dollar übersteigen werde, was seit 2023 einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als 70 Prozent entspräche. Das ist relevant, weil es zeigt, dass sich das Instrumentarium über klassische Private-Equity-Fondsanteile und traditionelle Buyout-Continuation-Vehicles hinaus erweitert.

Und dieser Trend könnte sich fortsetzen. SecondaryLink berichtete, dass Lazard erwartet, GP-geführte Transaktionen könnten 2026 das LP-geführte Marktsegment übertreffen. Das würde zusätzlich bestätigen, dass sponsor-geführte Liquiditätslösungen zunehmend zentral für das Management privaten Kapitals werden.

Was das für LPs bedeutet

Für LPs ist die Marktanpassung inzwischen ziemlich klar.

Secondaries werden zunehmend genutzt, um:

  • Denominator Pressure und Liquiditätsbedarf zu steuern,
  • sich aus übermäßig exponierten Vintages, Managern oder Sektoren neu auszubalancieren,
  • Tail-End- oder Non-Core-Positionen proaktiver zu veräußern,
  • und Flexibilität für neue Commitments zu schaffen.

Gleichzeitig ist der Buy-Side-Markt wettbewerbsintensiver und analytischer geworden. Gute Ergebnisse hängen zunehmend von Portfoliovorbereitung, realistischer Preisfindung, gezielter Käuferansprache und Prozesskontrolle ab und nicht mehr nur davon, „den Markt zu testen“. Das gilt besonders für konzentrierte, komplexe oder spezialisierte Portfolios.

Was das für GPs bedeutet

For GPs, the market is rewarding quality and preparation, not just access.

 

Continuation vehicles remain highly relevant for:

  • high-conviction assets that need more time,
  • situations where sponsor and LP timing diverge,
  • concentrated assets with a clear strategic equity story,
  • and portfolios where a traditional exit route would leave value on the table.

 

However, LP scrutiny is also rising. That means GPs need to be sharper on conflict management, valuation support, election design, buyer fit, diligence readiness and communication discipline. In the current market, a continuation process that is poorly framed or weakly run can damage confidence even if the underlying asset is attractive. 

 

Für Unternehmen und Eigentümer, die einen Secondary Sale, einen GP-led-Prozess oder eine Externalisierungsstrategie prüfen, ist die praktische Schlussfolgerung einfach: Die Qualität der Umsetzung ist heute wichtiger denn je.

Breslin positioniert seine Leistungen genau entlang dieser Themen. Auf der Services-Seite beschreibt das Unternehmen seine Arbeit in Secondary Transactions, Exit Management und Externalisation of Investments, einschließlich der Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen, Fondsportfolios und Private-Equity-Projektentwicklungen, unterstützt durch Portfoliovalidierung, Deal-Strukturierung, Käuferansprache, Verhandlung und Execution Support.

Diese Positionierung ist im aktuellen Markt besonders relevant, weil sowohl LP-led- als auch GP-led-Deals zunehmend prozesssensitiv werden. Verkäufer brauchen mehr als nur Marktzugang; sie brauchen Vorbereitung, Strukturierungsurteil und einen diskreten Zugang zu den richtigen Gegenparteien. Breslin hebt außerdem eine langjährige Erfolgsbilanz in Private Equity und Secondaries hervor, einschließlich eines Schwerpunkts auf Life Sciences und Early-Stage-Assets.

LPs und GPs passen sich einem veränderten Markt auf unterschiedliche Weise an, folgen dabei aber derselben Grundlogik: Liquidität, Optionalität und Kontrolle sind wertvoller geworden.

LPs nutzen Secondaries aktiver, um Portfolios und Liquidität zu steuern. GPs setzen Continuation Vehicles und strukturierte Lösungen ein, um hochwertige Assets länger zu halten und maßgeschneidertere Exit-Wege zu schaffen. Gleichzeitig verlangen beide Seiten mehr Disziplin bei Transparenz, Preisgestaltung und Prozessausführung.

Für Verkäufer, Sponsoren und Portfolioeigentümer, die diese Optionen prüfen, geht es im aktuellen Markt nicht einfach nur darum, ob sich ein Deal realisieren lässt. Entscheidend ist, ob die Transaktion so konzipiert und geführt wird, dass Wert geschützt wird.

Um mehr über Breslins Arbeit in Secondary Transactions, Exit Management und Externalisation zu erfahren, besuchen Sie breslin.ch/services.

Breslin as secondary advisor
Chancen im Sekundärmarkt für DACH-Versicherer
DACH-Versicherer überprüfen ihre Private-Equity-Beteiligungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Life...
Read More
Breslin as Secondary advisory
LP- und GP-Sekundärmarktstrategien im Jahr 2026: Trends, Preisgestaltung und was sich verändert hat
Private-Equity-Sekundärmärkte im Jahr 2026 werden durch engere Preisniveaus, zunehmend anspruchsvolle...
Read More
Breslin as Secondary advisory
Private-Equity-Sekundärmarkt einfach erklärt: Leitfaden für LPs und GPs (2026)
Von LP-Portfoliotransaktionen bis hin zu GP-geführten Continuation Vehicles erklärt dieser Artikel, wie...
Read More
Nach oben scrollen