Private Equity Insights

Chancen im Sekundärmarkt für DACH-Versicherer

Für viele Versicherer im DACH-Raum liegen die wichtigsten Portfoliothemen heute nicht mehr in den öffentlichen Märkten, sondern in privaten Beteiligungen.

Dabei handelt es sich häufig um Positionen, die sich über Jahre aufgebaut haben: ältere Fondsbeteiligungen, Minderheitsanteile, Venture-Engagements und strategische Investments mit Bezug zu Healthcare, Life Sciences, Pharma, Digital Health, Agrar, Software und spezialisierter Technologie. Viele dieser Beteiligungen wurden aus guten Gründen eingegangen. Sie boten Zugang zu Innovation, Nähe zu neuen Märkten oder Einblicke darin, wie sich das Versicherungsgeschäft selbst verändert.

Doch private Vermögenswerte verändern ihren Charakter. Was einmal strategisch war, kann randständig werden. Was früher nach einer langfristig passenden Beteiligung aussah, kann sich irgendwann illiquide, zu klein oder schlicht nicht mehr passend anfühlen.

Deshalb ist der Sekundärmarkt für Versicherer in Deutschland, Österreich und der Schweiz relevanter geworden.

Ein Sekundärmarkt, der im Mainstream angekommen ist

Der Private-Equity-Sekundärmarkt ist längst kein Nischeninstrument mehr für Distressed Seller. Er ist zu einem normalen Bestandteil institutioneller Portfoliosteuerung geworden.

Private Equity Wire schrieb, dass der Markt 2024 auf ein Volumen von bis zu 150 Milliarden US-Dollar zusteuerte. Für das erste Halbjahr 2025 schätzte Setter Capital das Transaktionsvolumen auf 102,23 Milliarden US-Dollar, während UBS von rund 101 Milliarden US-Dollar ausging und andeutete, dass der Markt im Gesamtjahr 200 Milliarden US-Dollar überschreiten könnte.

Dieses Wachstum spiegelt eine einfache Realität wider. Klassische Exits gibt es weiterhin, aber sie sind weniger berechenbar als früher. Ausschüttungen haben sich oft verlangsamt. Haltedauern haben sich verlängert. Sponsoren haben darauf mit flexibleren Strukturen reagiert, darunter GP-geführte Transaktionen und Continuation Vehicles. Daten von PitchBook zeigen, dass die Zahl GP-geführter Sekundärtransaktionen von 16 im Jahr 2020 auf 89 im Jahr 2024 gestiegen ist.

Für Versicherer ist das nicht deshalb wichtig, weil jede Beteiligung verkauft werden sollte, sondern weil jedes private Portfolio inzwischen eine genauere Prüfung verdient.

 

Warum das gerade für DACH-Versicherer wichtig ist

Dies ist kein abstrakter Trend für die Versicherungsbranche. Versicherer im DACH-Raum halten bereits heute private Assets genau in den Sektoren, die für diese Diskussion besonders relevant sind.

Die PwC-Analyse zu Versicherern mit Hauptsitz in der Schweiz zeigt, dass viele Transaktionen auf Europa konzentriert waren, insbesondere auf die Schweiz und Deutschland, und dass Minderheitsbeteiligungen und Partnerschaften oft die bevorzugte Struktur waren. Diese Aktivitäten beschränkten sich nicht auf eng gefasste Insurtech-Themen. Sie reichten in Bereiche wie Health Tech, Wearables, Mobility, KI, Analytics, digitale Distribution und allgemein technologiegestützte Dienstleistungen hinein.

Swiss Re hat Beteiligungen und Partnerschaften rund um Digital Health, Wearables und gesundheitsbezogene Plattformen aufgebaut. Zurich hat sich auf Health Tech, Wellness, Mobility, KI und Fraud Detection konzentriert. Baloise war in den Bereichen Mobility, Analytics und Business Services aktiv. Helvetia und Mobiliar haben Venture-Strukturen und Partnerschaften genutzt, um Zugang zu PropTech, FinTech, Embedded Insurance und technologieorientierten KMU-Lösungen zu erhalten.

Das Bild ist eindeutig: Viele Versicherer in der Region halten bereits private Assets mit Healthcare-, Life-Sciences-, Pharma- oder Technologiebezug.

Gerade für Schweizer Versicherer ist diese Überschneidung noch ausgeprägter. In mehreren Fällen ist die Verbindung zwischen Versicherung und Gesundheitstechnologie nicht nur ein Randthema, sondern Teil des eigentlichen Ökosystems. Mit der Zeit bleibt allerdings nicht jede dieser Positionen gleichermaßen strategisch.

 

Ein selektiveres Marktumfeld

Das aktuelle Umfeld macht Portfoliodisziplin wichtiger.

Dies ist keine Geschichte über einen pauschalen Rückzug aus US-Assets. Das wäre zu einfach. Es ist vielmehr eine Geschichte über regionale Balance, Konzentration und strategische Passung. In einem Markt, der von geopolitischen Spannungen, politischer Unsicherheit und selektiverem Underwriting geprägt ist, achten Institutionen stärker darauf, wo Assets liegen und ob sie dort noch hingehören.

Für DACH-Versicherer rückt damit die Frage nach europäischen Privatmarktpositionen stärker in den Vordergrund. Welche Assets passen noch in die Bilanz? Welche sind weiterhin strategisch? Und welche sind zu Altbeständen geworden, die in den Händen eines spezialisierten Käufers besser aufgehoben wären?

Diese Frage ist besonders relevant in Sektoren wie Healthcare, Life Sciences, Pharma, Agrar und Technologie, in denen der Wert für einen fokussierten Käufer oft klarer erkennbar ist als für generalistisches Kapital.

Der Sekundärmarkt als Portfoliowerkzeug

Das Nützliche am Sekundärmarkt ist, dass er keine binäre Entscheidung zwischen „halten“ und „verkaufen“ erzwingt.

Im besten Fall beginnt ein Sekundärprozess mit einer Überprüfung. Welche Positionen sind ausgereift? Welche sind nicht mehr zum Kerngeschäft zu zählen? Welche sind strategisch zu klein, aber wirtschaftlich zu wertvoll, um sie zu ignorieren? Welche könnten Interesse bei spezialisierten Investoren, Sekundärfonds, strategischen Käufern oder Family Offices mit Sektorexpertise wecken?

Einige Assets sollten gehalten werden. Bei anderen kann teilweise Liquidität sinnvoll sein. Wieder andere könnten für eine vollständige Platzierung bereit sein.

Deshalb geht es bei Private-Equity-Sekundärtransaktionen für Versicherer längst nicht mehr nur um Liquidität. Es geht auch um Portfolioform, Kapitaleffizienz und strategische Fokussierung.

 

Nicht jede private Beteiligung kann gleich behandelt werden.

Eine Healthcare-Plattform, ein digitales Diagnostikunternehmen, eine pharma-nahe Beteiligung, ein Agri-Tech-Unternehmen oder ein spezialisiertes Software-Asset erfordern jeweils ein anderes Gespräch mit dem Markt. Das sind keine generischen Private-Equity-Positionen. Es sind sektorbezogene Assets, und solche Assets müssen richtig eingeordnet, bewertet und vorgestellt werden.

Das gilt besonders für Versicherer, deren private Positionen oft in angrenzenden Feldern liegen und nicht in klassischen Buyout-Portfolios. In solchen Fällen hängt eine erfolgreiche Private-Equity-Platzierung davon ab, sowohl das Asset selbst als auch den wahrscheinlichen Käuferkreis zu verstehen.

Breslin bewegt sich an der Schnittstelle von Secondaries, Private-Equity-Platzierungen und sektorfokussierter Beratung, insbesondere in den Bereichen Life Sciences, Healthcare, Energy, Non-Cyclicals und Technology. Der Ansatz verbindet eine detaillierte Portfolioprüfung, Bewertungsanalyse, diskrete Umsetzung und zielgerichteten Zugang zu Käufern und Investoren. Für Versicherer mit Private-Equity-Beteiligungen in Healthcare, Life Sciences, Pharma, Agrar oder Technologie wird die Diskussion damit deutlich konkreter.

Viele DACH-Versicherer tragen heute private Assets, die in einer anderen Marktstimmung erworben wurden: mit mehr Liquidität, schnelleren Exits und geringerer Sensibilität für geografische Balance.

Diese Marktstimmung hat sich geändert. Der Sekundärmarkt bietet eine Möglichkeit, darauf zu reagieren, ohne zu übersteuern. Er erfordert keinen erzwungenen Verkauf. Aber er unterstützt eine aktivere Überprüfung dessen, was strategisch bleiben sollte und was möglicherweise jetzt für eine Platzierung bereit ist.

Für Versicherer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, insbesondere für solche mit Beteiligungen in Healthcare, Life Sciences, Pharma, Agrar und Technologie, ist jetzt ein sinnvoller Zeitpunkt, das Portfolio sorgfältig zu überprüfen.

Die Frage ist nicht mehr, ob der Sekundärmarkt relevant ist, sondern ob ausgewählte Private-Equity-Investments heute bewusster platziert werden könnten. 

Portfoliooptionen im Sekundärmarkt ausloten

Erfahren Sie, wie ausgewählte Beteiligungen in Healthcare, Life Sciences, Pharma, Agrar und Technologie gezielt geprüft und platziert werden können.

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