Private Equity Insights

Sekundärmarktdiscounts im DACH-Raum: Wie sich die besten Renditen für nicht-zyklische, industrielle, Life-Science- und Energieportfolios sichern lassen

Der globale Sekundärmarkt überschritt im Jahr 2025 ein Volumen von 220 Milliarden USD und wird für 2026 auf 250 Milliarden USD prognostiziert – nahezu eine Verneunfachung seit 2013. Für Verkäufer im DACH-Raum in den Bereichen Non-Cyclicals, Industrials, Life Sciences und Energy bedeutet mehr Kapital nicht automatisch engere Bewertungen. Dieser Beitrag erläutert die aktuellen Treiber von Sekundärmarktdiscounts, die Preisniveaus in DACH-Sektoren und wie ein strukturierter Prozess die Differenz zum NAV reduzieren kann.

Marktüberblick: Rekordjahr für Secondaries, selektives Pricing

Mehr Kapital führt nicht zu einheitlichen Preisen. Sekundärkäufer bieten 2025 und 2026 mit hoher Disziplin. Sektor, Vintage, GP-Qualität, Konzentrationsrisiko und Kapitalabrufgrad werden individuell bewertet. Während sich die Abschläge auf den NAV bei Buyout-Secondaries seit der Marktverwerfung 2022–2023 verringert haben, hat die Streuung zugenommen: Hochwertige Portfolios werden nahe oder auf NAV gehandelt, während schwächere Randpositionen weiterhin mit Abschlägen von 15–30 % gehandelt werden.

Für DACH-Verkäufer lautet die zentrale Frage nicht mehr, ob der Sekundärmarkt genutzt werden sollte, sondern wie ein Prozess gestaltet werden kann, der Abschläge reduziert und Transaktionssicherheit gewährleistet.

Warum DACH-Portfolios internationale Käufer anziehen

DACH-Exposure gilt im Sekundärmarkt als Premium. Deutschland, die Schweiz und Österreich vereinen reguliertes institutionelles Kapital, eine ausgeprägte Mittelstandsfinanzierungskultur sowie eines der aktivsten Life-Science- und Industrieökosysteme Europas ausserhalb Nordamerikas.

Für internationale Sekundärinvestoren – nordamerikanische Multi-Strategy-Fonds, spezialisierte Secondary-Fonds aus London und staatliche LPs – bieten DACH-Assets:

  • stabile Cashflows in Non-Cyclicals und Healthcare
  • operative Tiefe in Industrials und Clean-Tech
  • regulierte, IP-starke Life-Science-Portfolios mit klaren Kommerzialisierungspfaden
  • Exposure zur Energiewende und Infrastruktur, unterstützt durch EU-Politik

Diese Nachfrage spiegelt sich in der Kapitalallokation wider: Europa- und Multi-Region-Mandate machten 2025 rund 95 % des eingesammelten Sekundärkapitals aus. Der DACH-Raum steht im Zentrum dieser Entwicklung.

Woher Discounts entstehen – und wie sie reduziert werden können

Sekundärmarktdiscounts sind kein einzelner Wert, sondern das Ergebnis mehrerer Preisfaktoren, von denen viele verhandel- oder strukturierbar sind:

Zeitwert und Haltedauer
Käufer diskontieren die erwartete Restlaufzeit bis zum Exit. Kürzere Haltedauern, klare Exit-Perspektiven und jüngste Ausschüttungen reduzieren den Abschlag.

Veralteter NAV
Ist der zuletzt berichtete NAV älter als zwei Quartale, erfolgt eine konservative Neubewertung. Aktuelle Bewertungen, geprüfte Abschlüsse und ein sauberer Datenraum können den Discount um 200–400 Basispunkte reduzieren.

GP-Qualität und Alignment
Top-Quartil-Manager mit transparenter Berichterstattung und nachgewiesenen Exits erzielen Bewertungen nahe NAV. Schwächere oder unbekannte GPs führen zu höheren Abschlägen.

Konzentrations- und Tail-Risiken
Einzelne problematische Positionen können die Bewertung des gesamten Portfolios belasten. Strukturierungsansätze wie Unbundling, Stapling oder ein Mosaic-Prozess können Wert zurückgewinnen.

Kapitalzusagerisiko
Nicht abgerufene Kapitalzusagen werden konservativ bewertet. Verkäufer können dies durch gestaffelte Zahlungsstrukturen oder Teilübertragungen optimieren.

Sektorperspektive: Wo Bewertungen im DACH-Raum 2026 am engsten sind

Non-Cyclicals

Stabile Nachfrage nach Konsumgütern, Nahrungsmitteln und defensiven Dienstleistungen. Skalierung und Margenstabilität werden belohnt, kleinere Positionen mit Abschlägen gehandelt.

Industrials & Spezialfertigung

Konstruktive Nachfrage nach Mid-Market-Spezialfertigung, Automatisierung sowie Luft- und Raumfahrt. Langfristige Verträge und Auftragsbestände unterstützen stabile Bewertungen.

Life Sciences

Healthcare-Tech und Medtech verzeichnen den stärksten Nachfrageanstieg (+20 % YoY). Biotech und Therapeutika werden selektiv bewertet – späte Entwicklungsphasen nahe NAV, frühe Phasen mit strukturierten Lösungen.

Energy & Clean-Tech

Steigende Nachfrage (+13 % YoY). Energiewende-Assets wie Speicher, Netze und Dekarbonisierung ziehen internationale Investoren an, insbesondere bei gesicherten Einnahmen.

  1. Strukturierter Verkaufsprozess
    Ein kompetitives Verfahren reduziert Discounts signifikant stärker als bilaterale Verhandlungen.
  2. Professionell vorbereiteter Datenraum
    Aktuelle NAVs, geprüfte Daten und vollständige Dokumentation erhöhen die Bewertung messbar.
  3. Gezielte Portfolioaufteilung
    Unterschiedliche Sektoren sollten gezielt unterschiedlichen Käufergruppen angeboten werden.
  4. Strukturierung für Transaktionssicherheit
    Earn-outs, gestaffelte Zahlungen und Escrow-Strukturen erhöhen die Abschlusswahrscheinlichkeit.
  5. Breites Käufernetzwerk
    Ein globaler Käuferkreis ermöglicht bessere Preisfindung als rein lokale Prozesse.

Seit 1996 hat Breslin Sekundärtransaktionen mit einem Volumen von über 700 Mio. USD sowie Private-Equity-Transaktionen im Gesamtwert von mehr als 1,5 Mrd. USD erfolgreich abgeschlossen. Für unsere Kunden haben wir über 80 profitable Exits und 20 Börsengänge realisiert. Unsere Partner und Berater vereinen dabei mehr als 100 Jahre gemeinsame Investmenterfahrung.

Für Verkäufer im DACH-Raum in den Bereichen Non-Cyclicals, Industrials, Life Sciences und Energy verbindet Breslin Schweizer Diskretion mit deutscher Industriekompetenz und einem globalen Käufernetzwerk. Unsere vierphasige Methodik – Vorbereitung, Platzierung, Umsetzung und Abschluss – ist gezielt darauf ausgerichtet, Abschläge zu minimieren: durch fundierte Portfolioanalyse, präzise Käuferansprache, strukturierte Verhandlungsführung und einen sicheren, effizienten Transaktionsabschluss mit hinterlegten Mitteln.

Abschläge im Sekundärmarkt sind keine unvermeidbare „Kostenposition“ eines Verkaufs, sondern spiegeln die Qualität der Vorbereitung, Positionierung und Durchführung wider. Mit dem richtigen Prozess sollte ein DACH-Portfolio in den Sektoren, in denen wir tätig sind, deutlich näher an seinem ökonomischen Wert gehandelt werden, als es ein pauschaler Abschlag vermuten lässt.

Sprechen Sie mit Breslin über Ihren Portfolioverkauf

Wenn Sie ein DACH-Portfolio in den Bereichen Non-Cyclicals, Industrials, Life Sciences oder Energy halten und einen Verkauf prüfen, bietet Breslin eine vertrauliche Erstanalyse – inklusive Benchmarking, Discount-Einschätzung und Prozessstrategie.

 

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